Öffnungszeiten:
sonntags 14 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung 

Eintritt:
1 Sesterz in die Spendenkasse

Führungen und Aktionen auf Anfrage
 
Anmeldung:
Bürgermeisteramt Oberriexingen
Tel. 07042-90920
Fax 07042-90919
rathaus(at)oberriexingen.de
www.oberriexingen.de

Auf einem sonnigen, mit fruchtbarem Lössboden bedeckten Südhang über der Enz liegen in der Flur „Weileräcker“ die baulichen Überreste des römischen Gutshofes. Schon der Flurname „Weiler = Villa“ deutet auf die römische Fundstelle hin, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt ist.

Römerkeller Oberriexingen

Ausgrabung und Befund

Bereits 1891 wurde hier ein römisches Relieffragment gefunden. Die Darstellung zeigt, wie Aktaion auf der Jagd die Göttin Diana beim Baden überrascht, woraufhin sie ihn in einen Hirsch verwandelt und er von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird.

Römerkeller Oberriexingen

Bei der Anlage des heutigen Wohngebietes 1957/58 stieß man auf die Überreste des Hauptgebäudes. Mit 42 m Länge und 25 m Breite, turmartigen Eckrisaliten und einer offenen Säulenhalle (portikus) auf der nach Süden gerichteten Frontseite sowie dahinterliegender Halle und Wohnräumen, gehört das Gebäude zu den typischen Vertretern seiner Art in unserem Raum.

Römerkeller Oberriexingen

Der 4,2 m breite und ursprünglich 13,6 m lange Vorratskeller lag unter der Säulenhalle. Seine aus Muschelkalkquadern gesetzten Wände waren mit rotem Fugenstrich verziert. In der West- und Nordwand befinden sich drei dekorativ überwölbte Wandnischen zum Abstellen von Lampen. In der Südwand ist eine trapezförmig eingeschnittene Fensternische eingebaut.

Römerkeller Oberriexingen

Ursprünglich bestand der Gutshof neben dem Wohngebäude noch aus mehreren Wirtschaftsgebäuden, wie Scheunen, Ställen und einem Bad. Das gesamte Areal war von einer Mauer umgeben. In Oberriexingen haben sich davon nur geringe Reste erhalten, die keine exakte Rekonstruktion der Gesamtanlage erlauben.

Römerkeller Oberriexingen

Funde
Die Kleinfunde aus Keramik, Glas, Eisen und Bronze zeigen das übliche Spektrum an Alltagsgegenständen des 2. und 3. Jh. n. Chr. Reste von farbigem Wandverputz belegen die hochwertige Ausstattung der Wohnräume. Im Keller fand man die Fragmente eines Steintisches, auf dem Vorräte mäusesicher abgelegt werden konnten.

Datierung
Nach den Funden wurde der Gutshof Anfang des 2. Jh. n. Chr. gegründet. Um die Mitte des 3. Jh. n. Chr. wurde das Gebäude durch einen Brand zerstört. Dieses für die Bewohner sicher dramatische Ereignis steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Germaneneinfällen und der Aufgabe des rechtsrheinischen Limesgebietes.